Bericht: Tagung „Die Würde der offenen Gesellschaft“

Tagung „Die Würde der offenen Gesellschaft“ 06.-08.10.2017

Ein Bericht von Lisa Butz

Die 11. Herbstakademie Frankfurt war in diesem Jahr 2017 erstaunlich (wo)anders. Anders sind auch die Umstände, in denen wir aktuell leben und in die sich unsere Gesellschaft entwickelt. Oder ist es doch eine Entwicklung in eine alt / bekannte Richtung!? Wo bleibt da die Würde unserer offenen Gesellschaft?

Das Thema „Die Würde der offenen Gesellschaft“ war gesetzt, das Setting  an der Alanus Hochschule auf dem Johannishof auch, der Plan, die Alanus Studierenden in die Vorbereitungen zu integrieren, ergab sich daraus.

Die Herbstakademie begann schon mit dem ersten Vorbereitungstreffen, denn womit die Veranstalter nicht rechneten, unsere Studierenden sind offen und zwar so offen, das alles diskutiert und in Frage gestellt wurde: Was ist eigentlich Würde? Was ist eine offene Gesellschaft? Kann eine Gesellschaft Würde besitzen? Was bedeutet „offen“? Wie können wir eine (Uhr)zeit für eine Tagung festlegen, die doch „Offenheit“ thematisiert? Da muss doch alles offen bleiben, sonst würden wir die TeilnehmerInnen doch begrenzen…Schnell war klar, Offenheit ‚ja‘, Grenzen ‚auch‘, Diskussion um alles ‚unbedingt‘! Verschiedene Fachbereiche und Gebiete der Alanus Hochschule (Architektur, Bildungswissenschaften, Bildende Kunst, Eurythmie und Schauspiel), DozentInnen wie Studierende arbeiteten miteinander und kooperierten mit den externen Veranstaltern der Herbstakademie. Ein rundes Programm entstand.

© Tobias Pape

© Tobias Pape

© Tobias Pape

© Tobias Pape

© Tobias Pape

© Tobias Pape

„Wir sind doch offen in unserer Gesellschaft, in meiner Gesellschaft kann doch jeder offen sein“, so dachten sich 70 TeilnehmerInnen und wollten sich durch Gespräche und Diskussionen, mit viel Kommunikation weiterbilden und über die folgenden Fragen austauschen:

Welche Haltung braucht eine funktionierende Offene Gesellschaft? Und auf welchen geistigen und ethischen Grundlagen kann sich ein modernes soziales Gemeinwesen weiterentwickeln?

Doch anstatt mit Gesprächen, begann das Programm mit Schweigen. ‚Silent Open Space‘ – Schriftliche Notizen der Teilnehmenden zum Thema. Was eignet sich besser für die Notizen, als die riesigen Fenster des Studios auf dem Johannishof. Innen im geschützten Raum festgehalten und diskutiert, die Außenwelt immer im Blick, bis zum Horizont und diesen erweiternd. Diese Haltung zog sich von Beginn an durch die gesamte Veranstaltung, mit spannenden Input-Interviews von Friedensforschern über Piraten zu Europäern (Vinzenz Lüps, Marina Weisband, Adrian Wagner u.a.), über kleine Diskussionsrunden und Fishbowl-Formaten. Dazwischen und mittendrin künstlerische Interventionen, deren kreativen Freiheiten keine Grenzen gesetzt waren, in denen Zuschauer zu Akteuren wurden und Akteure waren, über die Befreiung von Unterdrückten durch und mit Theater. Kunst für die Gesellschaft, oder besser Kunst mit der Gesellschaft. Das alles begleitet von einer wunderbaren Verpflegung durch unsere Werkhaus-„Heinzel‘männchen“. Selbst in den Pausen wurde rege diskutiert.

Wir hoffen, die Diskussionen, werden weiter geführt!

Was wir gelernt haben:

Wenn alle engagiert sind und sich jeder mit seinen Stärken einbringt, können wir so viel (ungeplantes, kreativ) schaffen! Jeder kann etwas bewegen, keiner muss allein. Und die Kunst muss immer mit eingeflochten werden! Alanus interdisziplinär, modern. Genau so träume ich Alanus. Nicht nur die externen Gäste waren erstaunt: „Wow, das ist Alanus!“

Geht doch.

Ein ausführlicher Artikel findet sich im Blog des evolve-Magazins.

Bericht: Tagung „Die Würde der offenen Gesellschaft“Karen Gauler
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