Interview mit Schauspieldozentin Anna Möbus

Was ist für Dich das Besondere an der Schauspielerei?
Das Besondere an der Schauspielerei ist für mich sowohl als Schauspielerin, als auch als Zuschauerin die Verführung. Denn ein gutes Schauspiel verführt mich dazu eine Geschichte zu hören, die von authentischen Persönlichkeiten erzählt wird.

Was ist für Dich das Besondere an der Alanus Hochschule?
Die Alanus Hochschule ist für mich der Inbegriff von „Suche“ im positivsten Sinne. Der Fachbereich, die Dozenten und die Studenten sind auf der Suche nach „Schauspiel“. Und das ist die Kernaufgabe, der man sich in einem solchen Studium stellen muss. Was ist Schauspiel? Die Hochschule ist wach, neugierig und in Bewegung. Die beste Voraussetzung um zu suchen und zu finden.

Was ist Dein persönliches Anliegen als Schauspieler/Dozent?
Mein persönliches Anliegen als Schauspielerin liegt darin, mich immer wieder neu mit meinem erlernten Handwerk, neuen Texten und Charakteren zu stellen. Ich möchte Geschichten, Schicksale, etwas vom Leben erzählen, etwas das durch mich als Schauspielerin den Zuschauer erreicht und verführt.
Als Dozentin liegt mein persönliches Anliegen genau darin, meine Studenten auf dem Weg dorthin zu begleiten. Ihnen das nötige Handwerk beizubringen, ihre Stärken, Schwächen und ihre Persönlichkeit zu erkennen, um sie zu selbstbewussten, sich selbst kennenden heranwachsenden Schauspielern auszubilden.  Ich sehe meine Aufgabe als Dozentin darin, mit meiner Berufserfahrung und meiner eigenen Suche und Erfahrung aus dem Studium die Studenten zu unterstützen. Sie mit dem nötigen Können, Selbstvertrauen und Realismus auf das Haifischbecken, das auf sie wartet, vorzubereiten.

Wie bist Du zum Theater gekommen?
Als ich mich entschloss Schauspielerin zu werden, war ich noch recht jung. Ich schaute den Film „Pretty Woman“, einer der ersten Spielfilme, den ich schauen durfte. Kurze Zeit später erfuhr ich aus den Medien einige Informationen aus dem Privatleben der Hauptdarsteller. Ich war total traurig, denn für mich waren sie die Charaktere aus dem Film gewesen. Ich begriff, dass sie mir nur etwas „vorgespielt“ hatten und beschloss herauszufinden, wie das geht. Ich meldete mich in Laientheatergruppen an, arbeitete am Theater Bonn, um mal so einen Schauspieleralltag zu erleben und studierte schließlich an einer Schauspielschule.

Was interessiert Dich an einer Rolle?
An einer Rolle interessiert mich am meisten der Prozess des sich Kennenlernens. Wo finde ich mich wieder und wo nicht. Was macht der geschriebene Text mit mir oder was muss ich mit dem Text machen, damit er funktioniert. Wenn man herausgefunden hat, an welchen Stellen man sich mit der Rolle versteht und an welchen nicht, fängt die Rolle an lebendig zu werden.

Welche Begegnung war für Dein Werdegang besonders prägend?
Die Begegnung mit einem meiner Dozenten aus dem Studium hat mich sehr geprägt. Denn als Student ist man auf der Suche nach sich selbst und dem Schauspielmysterium. Für mich war es enorm wichtig auf jemanden zu treffe, der versucht zu verstehen, wonach ich suche und mich mit seiner Erfahrung auf der Suche unterstützt. Für mich sind in dieser Zeit die Grundsteine für mich als Schauspielerin gelegt worden, die mich ausmachen, auf die weiter aufbaue und die mich somit sehr geprägt haben.

Was inspiriert Dich?
Gutes und ehrliches Theater zu sehen und motivierte und neugierige Studenten.

Wie stehst Du im Kontakt mit Deinen Mitstudenten/Dozen
Zu einigen meiner Mitstudenten stehe ich nach wie vor in sehr gutem Kontakt, was mich sehr froh macht. Durch die Dozententätigkeit auch zu meinen ehemaligen Dozenten und jetzigen Kollegen. Eine sehr spannende und bereichernde Situation für mich. Gerade was die Arbeit mit den Studenten angeht, halte ich es für sehr wichtig und fördernd, sich über die Entwicklungsprozesse der Studenten auszutauschen.

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