Interview mit Schauspieldozentin Beate Maria Schwarzbauer

Was ist Dein persönliches Anliegen als Dozentin?
Ich möchte Schauspieler ausbilden, die unverwechselbar sind in ihrer Einzigartigkeit und Persönlichkeit.

Was ist die interessanteste Arbeit im Rollenstudium?
Für mich besteht die Herausforderung darin, mit den Studierenden ihren Schatz an Lebendigkeit zu heben. Wahrnehmung findet nicht im Kopf statt, sondern im Körper mit unseren Sinnen. Als Schauspieler besitzt man nur sich selbst als Instrument. Dieses muss geschult und entdeckt werden, damit es zum Handwerkszeug der eigenen Kunst wird.

Was siehst Du gerne auf der Bühne?
Schauspiel ist analog. Wie auch jede menschliche Beziehung.
Wenn ich Menschen erleben darf, die wirklich miteinander kommunizieren. Wenn das Ungesagte sichtbar bzw. spürbar wird.

Wie bist Du zum Theater gekommen?
Ich wollte leben dürfen.

Ist für Dich der Probenprozess oder die Aufführung spannender?
Proben ist ein herrliches Spielfeld. Vor allem sind es die Überraschungen, die passieren. Es ist das Abenteuer der Begegnung, die Suchbewegung und die Erfahrung, die einer Rolle Reichtum und Vielschichtigkeit verleiht. Für die Aufführung muss man Entscheidungen treffen und Verabredungen einhalten, aber die Kunst besteht darin, dass man alle Erfahrung des Probenprozesses mitnimmt und vertraut, dass alles da ist.

Wo siehst Du die Zukunft des Theaters?
Es gibt immer weniger Räume, in denen unsere Wahrnehmung nicht korrumpiert wird.
Theater ist live. Ich bin überzeugt, dass wir in einem Zeitalter der Digitalisierung und Vereinzelung diesen Ort des Erlebens besonders brauchen werden. Dazu ist es meines Erachtens wichtig, ehrliche Geschichten zu erzählen, mit authentischen Spielern. 

Was ist für dich das Besondere an der Alanus Hochschule?
Besonders ist für mich die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Kollegen und deren leidenschaftliches Engagement für die Studierenden.
Und dann ist dieser „Grüne Hügel“, wie wir den Campus manchmal etwas ironisch bezeichnen, sehr beruhigend. Das hilft einem, sich in einer lauten Welt zu konzentrieren.

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