Interview mit Schauspielstudentin Asya Pritchard

Was ist für Dich das Besondere an Schauspielerei?
Die Purheit. Die Echtheit. Dabei aber wenig „zur Schau stellen“ und mehr „spielen“. Das englische Wort trifft es meiner Meinung nach besser. Da heißt es „to act“. Im Prinzip wird nur agiert, reagiert, gehandelt. Nicht mehr – aber auch nicht weniger! Das darf man nicht unterschätzen. Darin sehe ich die Kunst: Diesen scheinbar einfachen Weg jedes Mal aufs Neue forschend zu gehen, alleine oder mit Spielpartnern. Und dann jedes Mal aufs Neue feststellen zu können, was für eine körperliche und emotionale Achterbahnfahrt es ist. Professionell an Grenzen gehen zu können. Dass man nicht genau weiß, was man tut, aber dafür umso genauer, wie man es tut.

Was ist für Dich das Besondere an der Alanus Hochschule?
Dass sie diesen „underdog“ Charakter hat: Nicht berühmt, nicht allzu bekannt, aber dafür hart arbeitend, mit Charakter und unterschätzt. Und die Interdisziplinarität und ihr damit verbundenes großes Potential. Bei meiner Aufnahmeprüfung habe ich mich sofort in die naturgebundene, „back to the roots“-Location verliebt. Den Frühling/Sommer bekommt man hier so schön mit.

Wie bist Du zum Theater gekommen?
Meine erste Bühnenerfahrung hatte ich mit ca. 2. Da habe ich auf einer Hotelbühne Karaoke gesungen. Seitdem habe ich mich in die Bühne verliebt. Mit 12 hatte ich meine erste, eigene, kleine Schulperformance und habe seitdem beschlossen, auf der Bühne stehen zu wollen. Mit 14 habe ich bei einem Tanztheaterprojekt eine Rolle selbst geschrieben und gespielt. Mit 18 durfte ich bei unserer Abituraufführung Lady Milford aus Kabale und Liebe kennenlernen und spielen.

Was siehst Du gerne auf der Bühne?
Durchdachte Bühnenbilder mit Liebe zum Detail! Atmosphärische (aber nicht zelebrierende) Beleuchtungen. Guter, untermalender (und nicht einfach nur überbrückender) Einsatz von Musik – gerne auch von den Darstellern selbst! Generell, wenn die Bühne etwas harmonierendes, rhythmisches, stimmiges rüberbringt – nicht nur musikalisch oder kitschig gesehen.

Was interessiert Dich an einer Rolle?
Ihre Entwicklung! Ihre Prozesse – sei es gedanklich oder wie auch immer. Mimik und Gestik – Wieso sie sich so bewegt/spricht, wie sie sich bewegt/spricht. Ihre Farbe im Ensemble und in der Geschichte.

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