Interview mit Schauspielstudentin Yasmin Münter

Was ist für Dich das Besondere an der Schauspielerei?
Die Freiheit all das tun und lassen zu können was man möchte und sich stetig weiterzuentwickeln.
Mit jeder Rolle an der man arbeitet lernt man auch etwas für die eigene Persönlichkeit und entdeckt neue Seiten an sich selbst. Man erhält Einblicke in eine (teilweise) völlig andere Lebensweise, die möglicherweise komplett konträr zur Eigenen ist und das ist sehr spannend. Außerdem wird es nie langweilig, da man stets mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird, ähnlich wie eine Wundertüte, man greift hinein und weiß nie was am Ende dabei herauskommt.

Was war bisher Deine größte Herausforderung?
Definitiv die Rolle der Lady Macbeth aus Shakespeares „Macbeth“, an der ich auch grandios gescheitert bin, aber genau das ist es, was die Rolle für mich so spannend macht. Es ist eine riesige Herausforderung und gerade weil ich diese Rolle nicht knacken konnte, treibt es mich umso mehr an, es später noch einmal zu versuchen.

Wie bist Du zum Theater gekommen?
Ich wollte schon als ich noch ganz klein war Schauspielerin werden, so wie wahrscheinlich ganz viele Kinder, da ich unglaublich fasziniert von den Schauspielern im Film war. Ich erinnere mich an eine Szene aus dem „Weißen Hai“, als einer der Schauspieler dort vom weißen Hai „gefressen“ wurde und ich meine Mama fragte, ob der Mensch denn nun wirklich tot sein. Als sie mir erklärte, dass das alles nur Schauspieler seien, die diese Szene spielen, war für mich klar, dass ich so etwas später auch mal machen möchte.
Von da an habe ich mein Ziel ganz klassisch verfolgt und erst im Schultheater angefangen, nach dem Abitur dann nach einer privaten Theatergruppe gesucht, Privatunterricht genommen, nach Köln gezogen und im Jungen Theater Leverkusen angefangen und an Schauspielhochschulen vorgesprochen, bis es schlussendlich an der Alanus Hochschule mit einem Studium geklappt hat.

Was siehst Du gerne auf der Bühne?
Menschen/Schauspieler, die mich mit ihrem Handeln mitreißen und berühren.

Spielst Du lieber vor der Kamera oder Bühne?
Ich habe in beiden Bereichen Erfahrungen sammeln können. Bisher dachte ich immer, dass mir das Spiel vor der Kamera mehr liegt. Vor Kurzem hatte ich allerdings einen Dreh für einen Kurzfilm und musste feststellen, dass ich es vermisste, mit meinen Spielpartnern über eine längere Zeit hin etwas entstehen zu lassen, statt direkt mit hoher Energie einzusteigen und nach wenigen Sekunden wieder abgebrochen zu werden. Der direkte Kontakt zum Publikum, die Reaktionen und auch der Kontakt zu den Spielpartnern ist sehr viel intensiver, wenn man live auf der Bühne steht und es ergeben sich manchmal spontan sehr schöne Momente, rein dadurch, dass man nicht einfach abbrechen kann, wenn etwas schief geht, was ich mittlerweile sehr schätze.
Aber auch das Spiel vor der Kamera hat seine ganz eigenen Reize und ich kann gar nicht wirklich sagen, was ich bevorzuge.

Ist für Dich der Probenprozess oder die Aufführung spannender?
Im Probenprozess entsteht unglaublich viel und man lernt viele Dinge. Es ist auch eine Art Entstehungsprozess der natürlich auch sehr spannend ist, da man nie weiß wo die Reise hingeht, aber für mich persönlich sind die Aufführungen spannender, da man nun auch die direkte Reaktion des Publikums miteinbeziehen kann. Man weiß nie, wie eine bestimmte Szene oder ein Stück beim Zuschauer ankommt, deshalb ist es sehr spannend, zu sehen, wie das Publikum reagiert und je nachdem, kann es einem als Schauspieler auch einiges zurückgeben, was man wiederum für die Rolle oder das Stück nutzen kann.

Zum Profil von Yasmin Münter

Interview mit Schauspielstudentin Yasmin MünterSchauspielstudierende
0